…”Dann kommen Sie mal raus”

Es ist interessant, wie andere Menschen sich meinen Alltag vorstellen.  Das sehe ich an den Kommentaren, die ich höre, wenn ich mich mit Leuten hier  im Dorf unterhalte. Ich bin ja recht oft unterwegs, trotz der Kälte, und werde oft hier und da ins Haus eingeladen, es ist rührend, wie sich die Leute mit mir und für mich freuen, wenn sie sehen, wie selbständig ich schon wieder bin. Ich werde, egal wo ich vorbeikomme, sehr herzlich begrüßt und aufgenommen. Da höre ich dann oft Bemerkungen wie „gut, dass du dich beschäftigst – da kommst du mal raus und sitzt nicht nur zu Hause.“ Das ist das Bild, das viele Leute im Kopf haben – die behinderte Frau, die zu Hause sitzt und sich langweilt, während der Mann auf der Arbeit ist. Gut, wenigsten wissen, dass ich wieder arbeite (obwohl ich es voller Freude auf dem Glühweinfest des Heimatvereins erzählt habe und alle sich doll mit mir gefreut haben). Aber: Ich langweile mich nie. Ich konnte schon als Kind gut allein sein (und war es auch viel, weil ich den anderen immer schon zu „anders“ war.) Klar, ich habe freie Tage in der Woche, an denen der Prinz nicht zu Hause ist. Das ist ok für mich. Ich lese viel, mache meine Übungen für die Therapie oder räume im Haus herum, Wäsche waschen und ab- und aufhängen, Spülmaschine aus- und einräumen, Küche fegen, Katzenklo säubern. Bisschen was kochen, einen Film gucken. Außerdem poliere ich gerade mein Französisch, Spanisch, Italienisch und Nederlands wieder auf, dank Tante Amazonien, die E-Books auch in all diesen Sprachen bietet.

Zudem habe ich die Prüfung Naturheilpraktiker nicht aus den Augen verloren – werde aber aus naheliegenden Gründen nicht wieder so dumm und naiv sein, dazu Details im Internet zu veröffentlichen – das versteht ihr, oder?   ; – )

Also, Langeweile habe ich nie – und sollte  mich die Einsamkeit doch mal packen, gibt es in Laufweite für mich jede Menge netter Menschen hier im Dorf, bei denen ich jederzeit klingeln könnte (sogar ohne Voranmeldung).

Dennoch scheint die Vorstellung, dass ich einsam und bewegungsunfähig zu Hause sitze und an die Wand starre, in vielen Köpfen zu bestehen. Selbst von Fremden höre ich das oft, wenn ich unterwegs mal mit Leuten ins Gespräch komme. Im Gegenteil, ich bewege mich schon wieder ganz schön flott, dank der Akupunktur : – )

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