bootcamp, Woche: öööhhhmm, Tag: tjaaaa : – )

Die letzten Tage waren recht ereignisreich hier, Ihr Lieben – aber echt schön!

Am Samstag waren der Prinz und ich in Luxembourg. Ganz spontan und aus purer Lust, ohne große Planung, ganz wie wir es uns für die Zukunft vorgenommen haben. Wir wussten über die Stadt nur, dass sie sehr schön im Stadtkern sein soll, was vollkommen zutrifft. Positive Überraschung für mich: fast überall abgesenkte Bordsteine, so dass das Vorwärtskommen mit dem E-Rolli sehr einfach und bequem war. Der Außenbezirk – das Europaviertel – ist recht langweilig, mit Gläsernen  Hochhäusern und ähnlichen Augenkrebs-Hässlichkeiten. Aber die Innenstadt und die Fußgängerzone:  barfußgeh-einladend sauber, nette Bistros und Cafés, sehr ansprechendes Flair. Ich empfehle einen Besuch! Ich fragte mich zwischendrin, warum ich mich in der Schule fünf Jahre lang mit Französisch geplagt habe (und dann nur ‚ne Drei auf’mZeugnis!), denn verstanden habe ich das lëtzebuergesch gefärbte Französisch kaum. Der Hit war:  wir kamen am Mariendom vorbei, hörten, dass gerade ein Gottesdienst dran war und beschlossen zu bleiben. Was mich sehr beeindruckte: Der Pfarrer  (der uns sehr an unseren netten Dorfpfarrer erinnerte (der leider jetzt im Ruhestand ist), )wechselte in der Predigt locker zwischen Deutsch, Lëtzebuergesch und Französisch hin und her, und er war merkwürdig gut zu verstehen. Der Hammer war aber die japanische Reisegruppe, die gegen Ende hereinkam. Offenbar kamen sie gerade aus Venedig, denn der Reisegruppenleiter schwenkte eifrig eine venezianische Flagge, um seine Schäfchen zusammen zu halten : – ) Wir vermuteten, dass es sich wohl um eine der berüchtigten „Europa in fünf Tagen“-Reisen handelte.  Die Japaner marschierten, völlig unbeeindruckt vom Gottesdienst, durch die Kathedrale, starrten mit offenen Mündern auf uns, die wunderschönen Fenster, Statuen und Wandbilder Ich kam mir ein wenig wie ein Zootier vor – die Situation war aber  auch bizarr: vorne am Altar findet gerade die Wandlung statt und ringsum filmende und knipsende Touristen, die Frauen zum Teil mit tock-tock – Schuhen (was ich generell hasse). Am lustigsten war der alte weißhaarige Japaner, der eifrig mit seinem in hellblauer Schutzhülle eingepackten iPad die gotisch geschnitzten Beichtstühle filmte. : – )

Auf der Rückfahr terledigte ich noch ein Telefonat. Als wir wieder an der Klinik ankamen, war ich pappfertig  – völlig erschossen. Die Hitze machte mir zu schaffen, und wenn ich in einer Stadt für so viele fremde Menschen mitdenken muss, die einen Menschen im Rollstuhl einfach nicht wahrnehmen (wollen), das macht mich echt müde. Beim Aussteigen legte ich mein Eifon blöderweise auf das Autodach, in der Gewissheit, dass es durch seine coole  Silikonhülle vor dem Runterrutschen sicher sei. Der Prinz war ebenfalls müde.  Als er  sich auf den Heimweg machte, fiel mir erst später ein, wo ich mein Eifon zuletzt gesehen hatte. Nun, Simsen konnte ich ja nicht, ich mailte ihm also mein Problem. Es  stellte sich raus: Zu Hause angekommen, hatte der Prinz so ein Bauchgefühl, dass ich ohne Handy sei. Er suchte das Auto ab – natürlich ohne Ergebnis. Dann kam er auf die  geniale Idee, sich in meine iCloud einzuloggen(*)  und darüber das Handy zu orten.  Ergebnis: es lag an einem Waldstück unweit der Klinik, auf einer Landstraße und hatte noch 19 Prozent Ladung. Merke: Der Prinz war zu diesem Zeitpunkt bereits daheim, an seinem Schreibtisch. Und jetzt zeigt sich, was er für ein wundervoller Mann ist: er setzte sich ins Auto und fuhr die ganze Stunde nochmal zurück – und kam mit dem Auto genau einen halben Meter vor meinem Handy zu stehen! Er hatte es angerufen, um es nach Klang finden zu können… Nun, das arme kleine Ding konnte immerhin noch aufleuchten, denn es hat schwer Schaden genommen: Irgendwann war es wohl trotz Silikonhülle vom Dach gerutscht und mit einer Ecke auf der Straße aufgeprallt… Das Display ist übel zersplittert. Ich bin jetzt ersatzweise erst mal zu Nokia zurückgekehrt und erstaunt, wie total ich vergessen habe, wie man ein Nokia-Handy bedient. Vor allem das simsen ist so umständlich! Nun, der Prinz hat mich vom Galaxy überzeugt und mir bereits eines geordert.  bin gespannt! Wie sind eure Android-Erfahrungen?

Ansonsten ist hier alles oki-doki, das Laufen klappt immer besser und mir geht’s prima – abgesehen davon, dass ich etwas vermisse: lass mich raus/ lass mich rein/nein, doch raus/aber dann sofort wieder rein, klar?!/gib mir was zu essen/nein, nicht das, das kannst du selber essen/ du WEISST GENAU, dass ich Leber hasse!!!

Außerdem ist es sehr ungewohnt für mich, ohne das Pippikind am Bauch einzuschlafen, aber bald bin ich ja wieder da.

(*) Erklärung: seit dem Hallamati hat der Prinz sämtliche Vollmachten für alle meine Angelegenheiten sowie  die Passwörter für alle meine Online-Zugänge.Sehr praktisch

; – )

3 thoughts on “bootcamp, Woche: öööhhhmm, Tag: tjaaaa : – )

  1. Wow – das ist ja eine spannende Geschichte. Cool, wie er das gemacht hat und cool, dass das überhaupt möglich ist (iCloud, orten, etc.). Und deine Schilderung, wer dir dort auch noch fehlt, deine Samtpfötchen, ist einfach göttlich. 🙂 Profitiere dort so viel wie du kannst. Herzliche Grüsse aus der Schweiz!

  2. Wow, was toll vom Prinzen, einfach zurück zu fahren und zu suchen!

    Aber schade dass es hin ist. Ich hatte einige Monate einen Androiden (allerdings ein htc) und wechselte am Ende freiwillig zum alten Eifon zurück. Das wird zwar nicht mehr unterstützt, Apps bekommt man dafür auch nicht mehr aber ich komme dennoch besser damit klar als mit dem Androiden.

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