bootcamp, Woche 2, Tag 1

Ihr Lieben, in den letzten Tagen hier in der Klinik war für mich viel los.

Freitags hatte ich noch ein langes Gespräch mit der Ärztin, die für mich zuständig ist. Sie konnte sich nicht erklären, wie Wandern und Wassergymnastik in meinen Therapieplan geraten waren, und entschuldigte sich sehr förmlich dafür. Sie verstand sehr gut, dass ich bald wieder arbeiten gehen will, und versprach mir einen neuen Plan. Den habe ich jetzt und bin super zufrieden. Viel qualitativ hochwertige Ergo- und Physiotherapie und etwas Logopädie (obwohl ich die nicht wirklich brauche, aber ich mache alles mit).

Am Samstag und Sonntag war jeweils mein Prinz hier. Samstag sind wir ins Städtchen runterge-rolli-t., Der Akku hat das prima mitgemacht, der Prinz ist stramm zu Fuß neben her marschiert, was ihm nach dem Herzinfarkt  gut tut. Die Stadt ist sehr hübsch, mit einer wunderschönen Basilika und stimmungsvollen Bistros und Cafés.

Wir haben gut gegessen und auf dem Rückweg (den Berg hoch) freute ich mich wieder sehr über den Elektro-Motor am Rolli (Unser Dorfschmied kürzlich, mit skeptischem Blick:“ Wenn du da mal ‚nen  richtigen Motor dranhaben willst, sag‘ mir Bescheid – ich bau‘ dir einen dran!“    : -)

Den Sonntag verbrachten der Prinz und ich bei Mutter Natur, an einem sehr schönen Badesee hier in der Nähe, leider ist da auch ein Center Parc, bei gut 30 Grad und strahlender Sonne also Hölle pur;-)

Dafür ließen sie uns am Sonntagmorgen hier ausschlafen, im Gegensatz zu der Sch***-Klinik in Seeheim-Jugenheim, in der ich zuletzt war. Heute Morgen war es klasse: ich hatte“MedyJet“, das ist ein warmes Wasserbett für eine Person, also eine Liege, bei der unter dem Polster blubbernde Wasserstrahlen entlangfahren und dem Patienten den Rücken massieren. Herrlich!

Danach“Zellenbad“. Dabei hängt man die zu bekurenden Gliedmaßen(bei mir also Arm und Bein links) in Becken mit warmem Wasser, durch das ein ganz zarter Reizstrom geschickt wird, der sehr angenehm kitzelt und kribbe t und der auf sehr lustige Weise die Härchen auf der Haut hochstehen lässt. Also mein linker Unterarm sah aus wie ein Rhodesian Ridgeback;-)

Hammer-Dialog dabei: Die Bademeisterin: „Bitte nicht beide Hände ins Wasser stecken!“ Ich: „… eh… ach ja, klar –wegen der Erdung, nicht?“ Sie, ganz ernst: „Nee – weil sonst das System zusammenbricht.“ 🙂

Mein linker Fuß und die linke Schulter sehen jetzt aus, als hätten sie Kriegsbemalung abbekommen: Kinesiotapes in allen Farben. Geil. Blöderweise hatte ich gerade vorher den Arm mit Schmerzsalbe eingerieben. Der Physiotherapeut:“*grmpf*… ob da das Tape hält…?“ Ich: „habt ihr keinen Alkohol hier? Er  breit grinsend): “Was wollen Siedenn – Single Malt?“ Ich:“Au  ja, das immer! Was haben Sie dennso da?“ Er:“ hm… ich mag den rauchigen Geschmack nicht…“ (Also, Lakritzefrau merkt sich: sollte diesem Mann jemals Whisky geschonken werden: kein Oban, kein Bowmore, kein Talisker, und schon gar kein Ardbeg. Der ist so ein Netter, dem würde ich glatt eine Flasche meines heißgeliebten Aberlour schenken (ohne mir vorher was abzufüllen, haha). (Und Ardbeg, den  würde der Prinz für sich behalten, der liebt  torfige Whiskys 😉

A propos Prinz: der junge Herr zuckelt gerade durch die Picardie, wo er am kommenden Sonntag, den 21.Juli, seinen 50. Geburtstag feiern wird.  Die Reise ist das Geburtstagsgeschenk eines lieben Freundes. ( Wer dem Prinzen einen Glückwunsch schicken möchte, findet auf seiner  Webseite die Adresse, hint hint 😉 Wenn es sich zeitlich machen lässt, kommt der Prinz am Sonntagabend noch her und wir gehen schön essen. Um unsere Damen und das Haus kümmert sich der Vermieter, wie immer, wenn wir ausgeflogen sind.

Mein Programm morgen wird vergleichsweise zahm: 09.30 Ergotherapie, 13.30 Logopädie, zwischendurch nach eigenem Ermessen Motomed, das kann man prima allein machen. Ich hoffe, dass die Nacht ruhig wird und ich die alte Dame im Nebenzimmer nicht wieder um halb vier morgens (!!!) energisch bitten muss, ihren Fernseher leise zu stellen (ich wusste nicht einmal, dass um diese Zeit überhaupt noch gesendet wird…;-)

2 thoughts on “bootcamp, Woche 2, Tag 1

  1. Die Physiotherapie ist nicht zu unterschätzen! Auch wenn sie für Sie auf den ersten Blick vielleicht als nicht relevant erscheint.

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