Mutabor

Ihr Lieben,

unsere Katzen, Micia und Pippilotta, haben sich sehr verändert, seit ich nach fünf deprimierenden Monaten in mehreren Kliniken an Ostern 2011 endlich nach Hause durfte. Wie einige von euch wissen, ist Micia die Mutter von Pippilotta (auch „Pippilein“ oder „das Pippikind“ genannt. Hier ist Pippi:

Bild

Die beiden haben sich inWachkatzen, oder, wie ich sage, „Security Kats ™“, verwandelt.Sie bewachen mich rund um die Uhr, und das machen sie sehr raffiniert.Eine von ihnen ist immer bei mir, und sie scheinen über irgend einen geheimnisvollen Draht in Kontakt miteinander zu sein, denn wenn Micia von meinem Scheibtisch springt, weil sieHunger hat, dann taucht- rein zufällig natürlich! – Pippilein bei mir auf und umgekehrt. Sie wissen immer genau, wenn nur eine von ihnen bei mir ist.Hier ist Micia, kurz nachdem sie Mitglied bei den Hell’s Angels wurde:Bildn

Das Pippikind und ich haben eine sehr enge Bindung, die wortlos und rein über Blicke funktioniert. Ich war der erste Mensch, der sie nach ihrer Geburt in der Hand hielt,als sie nur mehr ein zehn Zentimeter langes, nasses und laut fiependes Fellwürstchen war. Sie kommuniziert mit mir in kleinen, hellen und hohen“A-a-a“-Lauten, die ich natürlich genau verstehe 😉 Ich schäme mich auch nicht, sie klischeemäßig als „mein Baby“ und mich selbst als ihre „Mama“ zu betiteln. Dazu stehe ich!(Ich weiß, Herr Rütter: „genetisch unmöglich!“ ;))

Davon abgesehen, ist es einfach ei tolles Gefühl, einzuschlafen und dabei zu wissen, dass man von zwei Katzen bewacht wird:bevor ich die Augen zumache, blinzele ich noch mal rüber zum Sofa, das neben meinem Bett steht: Micia hockt auf der Arm lehne und starrt konzentriert auf die Wand, Pippi sitzt auf dem Sofarand und starrt konzentriert auf den Boden unter sich, beide bemühen sich, unauffällig zu wirken und jede würde sich eher eine Pfote abhacken lassen als zuzugeben, dass es hier um mich gehen könnte 😉

Im Laufe der letzten Monate, vor allem, als bei mir epileptische Anfälle als Nachfolgeerscheinungen der Hirnblutung aufzutreten begannen, ging mit Pippilein eine Wandlung vor sich: sie folgte mir nicht mehr nur nur auf Schritt und Tritt, sondern sie bestand darauf, nachts bei mir zu schlafen, möglichst dicht auf Tuchfühlung,am Bauch.Dabei stellt sie sich, sobald ich liege, auf mich drauf und beginnt, mich systematisch durchzukneten, wobei sie mir ernst und tief in die Augen schaut. Das ist so rührend, manchmal sage ich dann:“Ach Pippikind, du bist doch erst viereinhalb und noch viel zu jung für so viel Verantwortung!“ Dann schaut sie, als wollte sie sagen :“Das lass mal meine Sorge sein, ja!?“und lässt ihre gesamten gewaltigen drei Kilo Gewicht auf mich plumpsen – vorzugsweise auf meine möglichst volle  Blase.(Ich bin sicher, dass sie dazu ihren Schwanz als eine Art Wünschelrute einsetzt, der ausschlägt, wenn sie mit ihrem kleinen schwarzen Puschelarsch in die Nähe meiner Blase gerät.)

Ja, und irgendwann, eines Nachts, muss es passiert sein:Pippi verwandelte sich vonSüße Kleine Schwarze Miezekatze (Oder SKSM) in Große Ehrfurchtgebietende Security Kat (GESK).Ausgelöst wurde diese Mutation vermutlich durch ein Programm, das sie – wie ich annehme- über das drahtlose KatNet empfing. DasProgramm hat vermutlich einen bescheuerten Namen wie „Mama nie allein lassen“ bzw. „Maniall.exe“. Maniall.exe installierte sich für mich völlig unauffällig, es läuft einwandfrei auf dem PC (=Pippi-Computer) und nimmt offensichtlich kaum Speicherplatz weg, denn fressen.exe und bauchkraulenlassen.exe laufen unverändert häufig.Pippi als Große Ehrfurchtgebietende Security Kat (GESK) kommt unfassbar cool rüber;so cool, dass ich schon in die nächste „Fressnapf“-Filiale gehen und ihr eine verspiegelte Sonnenbrille kaufen wollte:

Ich: „Guten Tag, haben Sie verspiegelte Sonnenbrillen für Katzen?“

Verkäuferin, fassungslos: erm…. verspiegelte…. WAS!?“

Ich:“Sonnenbrille. Wissen Sie, damit meine Katze sich cool fühlen kann.“

Das Gesicht der Verkäuferin leuchtet auf. „Ach soooo, ja!Sie zeigt den Gang entlang. „Sehen Sie, da, wo die kleinen Boxhandschuhe und Lederjacken hängen? Da finden Sie auch verspiegelte Sonnenbrillen – und Haargel!“

Na also. Pippi cool, Welt in Ordnung. Ich werde jetzt schlafen gehen – in dem Wissen, dass ich auch diese Nacht gewissenhaft bewacht sein werde- von Große Ehrfurchtgebietende Security Kat (GESK) (TM).

Ach ja:DerTitel dieses Beitrages stammt hierher.

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5 Kommentare zu “Mutabor

  1. ihr seid schon süß, also Du und deine Katzenviecher.
    und das schönste ist ja: ich traue dir bedenkenlos zu das du wirklich in der nächsten Fressnapf Filiale nach verspiegelten Sonnenbrillen suchst.
    🙂

  2. Das ist ja wunderbar, dass du so eine gewissenhafter Aufpasserin bekommen hast. Ich bin mir sicher, dass die Katzen deutlich schneller spüren, wenn irgendwas nicht in Ordnung ist, von daher sind sie doch für den Securitybereich wie geschaffen 🙂

  3. Hallo Frau Lakritze, ich freue mich von Herzen für Sie, dass es Ihnen (langsam? zu langsam? sehr schnell? – kommt vermutlich immer auf die Perspektive drauf an) besser geht und hoffe und wünsche für das nächste Jahr, dass der Prozess der Heilung bis zum Heil-Sein zügig voranschreitet. Und nebenbei freue ich mich natürlich auch auf interessante Blog-Einträge, aber das ist zweitrangig.
    Vielen Dank, dass sie uns an Ihren Erfahrungen so detailliert teilhaben lassen! Ich dachte bei Ihrem SMS-Beitrag an ein von mir sehr geschätztes Buch: Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht. Ich kann es Ihnen sehr empfehlen.
    Und diese ganzen Nachbarsgeschichten: Sehen Sie drüber hinweg. Sollen die doch schreiben und anzeigen, was das Zeug hält. Da wünsche ich Ihnen Gelassenheit.
    Alles Gute,
    Pia Pessoa

  4. Liebe Frau Lakritze,
    ich wünsche Ihnen ein schönes Neues Jahr und viel Gesundheit in demselben! Und lassen Sie sich von ihren Security Kats gut verwöhnen.

  5. sooooo schön wieder was in l&s zu lesen! was für ein wundervoller katzenbeitrag und ein nächster schritt nach vorn! voller vorfreude auf mehr…
    alles erdenklich gute fürs neue jahr!

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