Bücherstöckchen in 29 Teilen – Teil 17

Frau Dinktocs fast unendliches Bücherstöckchen:

Tag 17:  Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen

Aaah ja. Eine sehr gute Empfehlung, immer ein exzellenter Griff:

Terry Pratchett und Neil Gaiman: Good Omens / Ein gutes Omen

Die Geschichte: der Weltuntergang steht bevor. Das Jüngste Gericht dräut, und zwar in genau elf Jahren. Denn dann wird der Sohn des Satan, der gerade geboren wurde, die Weltherrschaft übernehmen.

Das ist der Plan. Dummerweise ist die Nonne in dem kleinen Landkrankenhaus irgendwo in England, in dem das Baby geboren wird, nicht die Hellste. Sie verwechselt zwei Neugeborene. Und so wächst der Sohn des Satan in einem malerischen englischen Dörfchen auf statt in den USA.

Zwei Leute – oder besser: zwei nicht-direkt-Leute, nämlich ein Dämon und ein Engel, sind mit dem drohenden Weltuntergang gar nicht einverstanden. Sie sind schon seit mehreren tausend Jahren auf der Erde und haben sich an diesen merkwürdigen kleinen Planeten und seine Menschen gewöhnt.

Crowley, der Dämon, liebt schnelle Autos und alles, was technisch ist, piepst und blinkt. Aziraphale, der Engel, ist ein Büchernarr, sammelt Erstausgaben und führt ein kleines Antiquariat, aus dem er kaufwillige Kunden fernhält. Im Laufe der Zeit haben sie einander schätzen gelernt. Mit wem soll man auch sonst über die alten Zeiten reden? („Weißt du noch, das 14. Jahrhundert?“)  Gemeinsam versuchen sie, das Ende der Welt zu verhindern.

Dann gibt es da noch den Hexenjäger in Ausbildung, Newton Pulsifer. Und Anathema, die dank der Vorhersagen ihrer Vorfahrin genau weiß, was passieren wird. Nur glaubt ihr niemand.

Ein herrlich schräges, schrilles und immens lustiges Buch. Terry Pratchett und Neil Gaiman haben es, so heißt es, per Fax zwischen England und den USA geschrieben. In den wenigen Stunden, in denen sie jeweils gleichzeitig wach waren.

Empfehlung: unbedingt lesen!

(Ich möchte aber anmerken, dass die deutsche Übersetzung von Andreas Brandhorst ist, sich also hölzern, steif und sehr unlebendig liest. Leider, aber das ist das Traurige bei den deutschen Pratchett-Büchern. Wenn es also irgend möglich ist, lest es im Original.)

Advertisements

6 Kommentare zu “Bücherstöckchen in 29 Teilen – Teil 17

  1. Ein absolut großartiges Buch, die Empfehlung kann ich nur weitergeben.
    Ich habe das Buch damals auf einer Busfahrt nach Berlin gelesen und es war das erste Mal, dass ich beim Lesen schallend lachen musste.
    Die anderen Fahrgäste haben mich zwar seltsam angeschaut aber egaaaal 😉

  2. Auch ich habe dieses Buch mit großem Genuss regelrecht verschlungen und kann mich der Empfehlung nur anschließen.

    Leider ist auch das Dilemma mit den Übersetzungen zutreffend … ich möcht nicht wissen, wie viele Leute sich durch ein derart schlecht übersetztes Buch davon abhalten haben lassen, in die wunderbare Scheibenwelt einzutauchen …

    Irgendwie fragt man sich, wie in aller Welt solche Übersetzer ihre Jobs behalten.

    LG, Cara

  3. Wolf: das hätte ich gerne erlebt… da sitzt einer im Bus, in ein Buch vertieft, und auf einmal brüllt der los… HAAAHAAAHAAAA! Ich hätte dann aber sofort wissen wollen, was du da liest!

    Caramelia: ja, der Prinz hat schon kapituliert. Gerade dieses Buch wollte ich ihm so gerne nahebringen, aber er hat es schon nach wenigen Seiten fortgelegt. Ich hab mal reingeschaut und mich sehr gegruselt. Brandhorst hat einfach kein Sprachgefühl.

    Ich hätte dem Prinzen so gerne die tollen Abenteuer auf Discworld gegönnt, aber… solange die nicht mal neu übersetzt werden, ist da keine Chance.

  4. Ich hatte das Buch schon mehrfach in den Händen, allerdings bevor ich was von Neil Gaiman gelesen hatte. Deswegen war ich mir unsicher ob ich seinen Stil mag, das hat sich aber geändert nach „American Gods“ (danke Twitter) Ich hatte mich aber auch schon gewundert, dass die neueren Scheibenweltromane nicht mehr so gut sind, aber auf die Idee die Übersetzer zu vergleichen bin ich nicht gekommen, Asche auf mein Haupt. Ich werd dann wohl doch anfangen die Bücher im Original zu lesen, würde meinem Englisch sicher gut tun, weil es ja durchs lesen nur besser werden kann.

  5. Doetsch : Die dreizehnte Stunde

    Kommt von meinem -gerade gelesen- Stapel ganz oben.

    Das Buch fängt mit dem Ende an und arbeitet sich zum Anfang vor.

    Ein superspannendes Zeitreiseabenteuer.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s