Golf ist ein Altmännersport.

Oder gar kein Sport. Man spaziert ja nur auf’m Rasen umher und schlägt ein Bällchen ins Grüne. Und plaudert dabei.

Dachte ich bisher.

Einer der früheren Oberbürgermeister von Neustadt, in dessen Presseabteilung ich mitarbeitete, sagte auf die Frage, ob er golfe, gern: „Nein, ich habe noch Sex.“ Leicht zu sehen also, dass ich voller vager Vorurteile gegen das Golfspielen war, mich aber auch nie wirklich mit dem Thema beschäftigt habe.

Jetzt musste ich, denn der Prinz und ich haben zu Weihnachten einen Gutschein für je zwei Trainerstunden, Leihschläger und 300 Übungsbälle geschenkt bekommen.

Gestern abend hatten wir unsere erste Stunde. Und das Ergebnis war verblüffend: es hat Spaß gemacht!

Und es war superanstrengend.

Wir holten unsere Leihschläger ab, ich bekam ein Linkshänder-Set, dann trafen wir uns mit dem Trainer. Der führte  uns erstmal über einen Teil des Platzes, erklärte die verschiedenen Abschnitte und erläuterte die Schläger. Meine Golf-Kenntnisse beschränkten sich bisher auf das, was ich bei den Peanuts gelesen habe, wenn Peppermint Patty mit Marcia als Caddy gegen Snoopy antritt. Nett, das mal alles live zu sehen.

Bis dahin war alles ganz easy. Die ersten Vorurteile gingen schonmal dahin, als alle Leute, die uns begegneten, egal wo, uns freundlich und zuvorkommend grüßten und uns anlächelten. Also keine eingebildeten Pinkel. Zu meinem Erstaunen trugen viele der Spieler Jeans, ich dachte bisher, da werden so komische karierte Hosen und weiße Schuhe getragen. (Jaja, ich weiß, meine Informationen sind sehr überholt. Inzwischen weiß ich aber, dass einige Plätze auch keine Jeans zulassen.)

Wir lernten, dass der riesengroße Rasen mit den tausenden weißer Bälle drauf die Driving Range ist und dass man da das Abschlagen übt. Und hier kamen dann auch unsere Muskeln ins Spiel. Ha. Mein erster Schlag traf wunderbarerweise tatsächlich den Ball, die nächsten gingen entweder in die Luft oder rissen beachtliche Stücke aus dem armen Rasen. Ich glaube, der Prinz und ich haben selten so viel und an einem Stück gelacht wie gestern abend.

Und selten so gejammert wie heute morgen, wobei ich es etwas besser habe, weil ich Yoga mache. Aber: man spürt es überall, das Altmännerspiel.

8 thoughts on “Golf ist ein Altmännersport.

  1. Jajaaaa… der Altmännersport…

    Nun – sie ist also da – die Zeit des Geständnisses!

    Ich habe vor ca. 4 Jahren die sogenannte Platzreife im Golf gemacht… und sogar bestanden!
    *verschämt-guck*
    War damals so ein Angebot im Rahmen der Uni Kaiserslautern (Training mit der Platzreife als Ziel, inkl. Theorie), an der mein Ex sehr viele connections hatte. Vor allem im Sportbereich.
    Und – dass Golf Sport sein solle, DAS habe ich bis damals auch vehement bestritten.

    Bis ich dann tags drauf an allen möglichen und unmöglichen Stellen Muskelkater hatte.
    🙂

    Du siehst: ich kann Dir nachfühlen!

    (Puh… geschafft… es ist endlich raus und gestanden!)

  2. Na, da bin ich ja erleichtert 🙂

    Das mit der Platzreife überlege ich mir gerade, allerdings: der eisige Wind hat mir gestern sehr zugesetzt, ich sitze hier mit Schluckbeschwerden und Husten. Ist also eher eine Sache für harte Kerle und Weibsen, so wie das aussieht *lach*

  3. „Ich denke Golf ist ein Alteleutesport“ habe ich gerde Gestern zu meinem Mann gesagt, als ich ihn ziemlich verschwitzt von seiner Golfstunde abholte… Als ich das sagte, gingen wir gerade an einem älteren Herrn vorbei, was eigentlich weiter kein Problem dar stellt, weil wir ja in Amerika sind und ich mit Mann nur deutsch rede. Nur dieser alte Kerl hat mich echt böse angeguckt… Man sollte seine Vorurteile besser für sich behalten 😉

  4. ich fahre ja 3x die Woche morgens so kurz vor 9 an einem Golfplatz vorbei, da sind IMMER Leute die pünktlich um 9 Uhr anfangen zu spielen.
    im Winter wo Schnee lag mit roten Bällen.

    hmmm.
    kein Weichei-Sport scheinbar.
    🙂

  5. Lustig, heute war grad ein Bild vom golfenden Fidel Castro mit Che im Hintergrund in der Zeitung… Und es hieß, dass Raoul Castro jetzt mehrere Golfplätze und Luxushotels auf Cuba plane, um Investoren anzulocken. Zuerst dachte ich, Du spieltest darauf an.

    Golf lockt mich so überhaupt nicht, aber gut zu wissen, dass vieles davon nur Vorurteil ist!

    So long,
    Corinna

  6. Corinna: hätten wir nicht den Gutschein geschonken gekrochen, wären wir auch nicht auf die Idee gekommen. Umso größer die Überraschung, dass es tatsächlich Spaß macht.

  7. Das scheint mir so ähnlich wie mit Volleyball zu sein, da meinen nämlich auch viele, da bräuchte man bloß rumzustehen und zu warten, bis ein Ball vorbeikommt. Dabei ist – kaum zu glauben – auch Volleyball ein Bewegungssport.

  8. Du willst doch wohl nicht Dein Flyer-Motto ändern? Etwa in: Finde Deinen (inneren) Schwung.
    Denn das weiß ich aus leidvoller jahrelanger Erfahrung: Der Golfschwung ist eine der schwierigsten Sportbewegungen überhaupt.
    Fluten von Reiki wären notwendig, um mit sich und seinem Schwung eins zu werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s