Reich mir mal die Salzstreuerin – Teil 647

Achtung: Dampfventil öffnet sich in 3 … 2 … 1 …

*HUUUUUUUUUUUUUUUUUU*

Premiere: seit elf Jahren mache ich Reiki, seit 2003 bin ich Lehrerin und seit keineahnungwievieltausend Jahren habe ich eine Webseite dazu, auf der ich mein Angebot darstelle.

Jetzt habe ich damit jemanden ganz traurig gemacht. Doch, echt.

„Ich hab mir Ihre Webseite angesehen“, schreibt mir eine Frau. „Sieht toll aus, aber ich bin ganz traurig, weil Ihr Angebot nur für Männer ist.“

Da muss ich schon sehr an mich halten, um nicht nachzufragen, wann die Schreiberin das letze Mal Sex hatte.

Liebe Alice-Schwarzer-Fans: ich schreibe weder Schülerinnen und Schüler oder Teilnehmerinnen und Teilnehmer, noch werde ich jemals meine Muttersprache dahingehend vergewaltigen, dass ich mich in SchülerInnen oder TeilnehmerInnen verkralle.

Es stört den Lesefluss, es stört den Schreibfluss, es stört den Sprechfluss. Es ist krampfig, bemüht, albern und doof.

Ganz zu schweigen von dem blöden Innen, das einfach nur beknackt aussieht. Und sprechen kann man es schon gar nicht.

Mädels, entspannt euch. Bitte.

Für mich ist weiblich nicht besser oder höherwertig als männlich. Ich bin keine arme Sklavin des Patriarchats, wenn ich mich weigere, auf Alice Schwarzers Spuren zu wandeln. Unsere Sprache ist so ausgelegt, dass überwiegend die männliche Form benutzt wird (wie übrigens auch die spanische, die italienische und die französische Sprache, die ihr so eifrig für eure Urlaube an der Volkshochschule paukt). Ich muss da nicht was mit Gewalt verändern.

Frau Schwarzer, übrigens, ist nach meiner ganz persönlichen Meinung eine verbitterte, wütende und vom Leben enttäuschte Frau, die ihr Kind abgetrieben hat, stolz darauf ist und die Gift und Galle gegen jede Frau speit, die hübsch ist und das zeigt.

Sicher verdanken wir ihr auch einige positive Entwicklungen, aber im Großen und Ganzen ist sie eine Frau, die mir mehr leid tut als dass ich sie bewundere. Und ich werde mich nicht ihretwegen dazu zwingen, meine Texte an ihre Dogmen anzupassen.

Ich mache meine Arbeit seit vielen Jahren, zu mir kommen viele Frauen, aber bisher hat jede noch kapiert, dass das, was hinter dem Text steht, das Entscheidende ist: mein Angebot. Und nicht meine AngebotInnen.

So. Dampfventil wieder zu. Jetzt geh ich einen Kaffee trinken.

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36 Kommentare zu “Reich mir mal die Salzstreuerin – Teil 647

  1. Jawohl, Recht haben Sie!
    Ich finde es seit … vielleicht 25 jJhren sehrbefremdlich, dass Frauen ihren (Selbst-) Wert an einem bestimmten Artikel und entsprechender Wortendung festmachen und darauf auch noch stolz sind.
    Wir sollten so viel Selbstbewusstsen haben, dass wir ein „der“ selbstverständlich für uns annehmen 😉

    Grüße Sibille

  2. *muhahahahaha*

    Hab ich hier eigentlich schon des heissesten Buchtipp des Jahres losgelassen ? :

    Ulrike Sterblich : “ Tüte oder sowas“
    – Wie man als Kunde nervt, ohne es zu merken –

    Ein absolutes Muß für jeden der mit Kunden/Patienten zu tun hat. es ist soo schön zu lesen, dass man nicht der Einzige ist, der mit solchen Vollspacken „leben“ muß.

    😀

  3. Hm … ich lese bei dir öfters „Angebot XY für Menschen und Tiere“. Jetzt die Frage aller Fragen: sind Frauen keine Menschen? 🙂
    Und wenn sich die Anruferin nicht als Mensch angesprochen fühlt, dann vielleicht als Tier, z. B. der gemeinen Henne?

  4. vielen Dank für diesen Beitrag.
    ich habe noch die aufgeregte Frau von der Anzeigenannahme im Ohr, die ganz dringend schnell zurückgerufen hat weil wir in einer Stellenanzeige einen „Verkäufer“, und nicht „eine/ n Verkäufer/in“ oder einen „Verkäufer m/w“ gesucht hatten.

    das schlimme ist, wenn sich jemand berufen fühlt gegen solch ein Stellenangebot eine Anzeige wegen Diskriminierung zu stellen bekommt der/ diejenige Recht und uns kostet das wieder viel Geld.
    egal ob der/ die Anzeigensteller/in überhaupt Interesse oder Fähigkeiten für diese Stelle hat.

  5. hihihi…..

    ich hatte das auch gelesen… dort, wo die Dame es eben als Kommentar bei Dir hinterlassen hatte…
    und ich muss gestehen: ich habe im ersten Moment Null gerafft, was die überhaupt meinte!
    Erst durch Deine Antwort darauf als ergänzenden Kommentar, hab ich’s geschnallt.
    Hab mich halb schief gelacht. Und dachte noch: das MUSS sie einfach in ihren Blog nehmen!.
    🙂

    Ist den Frauen Emanzen eigentlich mal aufgefallen, dass es mittlerweile zig explizit ausgewiesene Frauenzeitschriften, Frauen-Sportstudios etc. gibt, ich bisher aber keine bis seltene (bei den Zeitschriften z. B.) männlichen Gegenstücke finden konnte? Weil sonst gleich wieder einen Raunen durch die ach-so-frauenfeindliche RepublikIn geht?
    Ich weiß, Immer-noch-zu-wenig-VerdienerInnen 🙂 nutzen jede gebotene GelegenheitIn, um auf den/die MißstandIn hinzuweisen. Ich drehe lieber selbst an meinem/r SchicksalsradIn, als meinen Frust an anderInnen auszulassen.
    *grins*

  6. Lobo: das macht er eh immer, er liebt Bücher, er hat so einen kleinen, feinen Buchladen aus Leidenschaft, so wie du.

    Christina: nur Frauen sind Menschen. Männer nicht. Die sind Kreaturen, die arme Frauen unterdrücken und ganz fies sind. Also lass dich nicht mit so einem ein. *g*

    Markus: ich liebe vor allem die Stellenangebote, in denen „ein/e Sekretär/in“ gesucht wird. :))

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es könnte sein, dass ich die Salzstreuerin bei Uli Stein geklaut habe. Nicht absichtlich, es dämmert mir nur grade. Muss ich mal prüfen.

    Yvonne: diese Frau ist eigentlich sehr, sehr nett, deswegen wollte ich mit ihr auch nicht streiten. Ich mag sie. Und das mit den Sportstudios stimmt… ich werde auf meiner neuen Webseite auf Entes genialen Link hinweisen, dieses generische Maskulinum ist toll 🙂

  7. Ich hätte wahrscheinlich gar nicht verstanden, was sie damit meinte. Aber es ist wirklich köstlich! 😀

    Ich verwende auch nicht beide Formen (zumindest fast nie), weil ich sie einfach unbequem finde und es auch nicht nachvollziehen kann, wieso so viele Frauen da so einen wahnsinnigen Wert drauf legen.

    Was mir aber wichtig ist, sind weibliche Formen, wenn es nur um Frauen geht. Wenn in nur von Frauen umgeben bin und eine sagt: „Hat einer mal ein Tempo?“, dann stellen sich mir auch die Nackenhaare auf. Und das passiert unheimlich oft!

    Liebe Grüße,
    Stjama

  8. Stjama: ja, wenn es eine reine Frauengruppe ist, dann sage ich auch „eine“, aber darüber muss ich nicht nachdenken, das kommt automatisch. Ich habe übrigens tatsächlich zuerst nicht kapiert, was sie meinte, es hat geschlagene zehn Minuten gedauert.

    Zabor: danke schön! :))

  9. Ich kann einigen Menschen nur zu Ihren Sorgen gratulieren.
    Die hätten manch´andere liebend gern…

  10. Outing: Wir haben eine SALZSTREUERIN …. die Kinder kennen das so … ich mag aber noch gar nicht an das Gesicht einer Mutter denken, wo eins der Kinder mal übernachtet und dann beim Frühstück nach der Salzstreuerin fragt ….

    Ich wünschte, Du könntest grad mein Gesicht dazu sehen 😉

  11. Pingback: Mudder Seemann » Geständnis

  12. Ich teile jetzt zwar nicht unbedingt Deine Meinung zu Alice Schwarzer, an der man sich sicher reiben kann, die meiner Meinung nach aber wirklich viel bewegt hat (und deren ganz militanten Jahre ja nun auch vorbei sind). Was aber diesen unsäglichen Stress um die Gleichberechtigung in der Sprache angeht: ganz Deiner Meinung! Ich hab‘ da immer drüber gestanden und finde das Beharren darauf ein Zeichen, dass es eben doch noch nicht so weit her ist mit der Emanzipation. Seien wir ehrlich: die Kämpfe um die Gleichberechtigung finden woanders statt und sind viel komplexer, der Umweg über die Sprache wird sie nicht lösen.

    Was hast Du der Dame eigentlich geantwortet?

    So long,
    Corinna

  13. Genial! Mein Chef bittet mich auch immer dieses beknackte „Innen“ zu schreiben. Werde ihm das mal unter die Nase reiben, verschwesterte Grüße, Emily

  14. Diese übertriebene Schreibweise hat aber zumindest zur Folge, dass das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern im Gedächtnis bleibt. Gerade heute ist ein Artikel im Stern-online: http://www.stern.de/wirtschaft/job/arbeitsmarkt-studie-frauen-haben-zur-chefetage-keinen-zutritt-1558181.html

    Ich bin sicher keine Verfechterin der dogmatischen geschlechtsneutralen Schreibweise, aber ich arbeite in einer zutiefst patriarchalischen Branche und schlage mich täglich (!!) mit witzig getarnter Diskriminierung rum. Nicht ohne Grund suchte mein Chef vor einem Jahr ausdrücklich einen männlichen Innendienstleiter, obwohl der jetzt nicht unbedingt die beste Qualifikation aufwies. O-Ton Cheffe: Frauen sind mir zu zickig.

    So lange diese Denke noch so fest verwurzelt ist, ist meiner Meinung nach das (krampfhafte) Festhalten an geschlechtsneutralen Stellenausschreibungen nötig. Das Wichtigste ist aber sicherlich, dass Frauen sich darüber hinaus nicht noch zusätzlich gegenseitig fertigmachen, weil sie jeweils unterschiedliche Weltanschauungen leben… aber das ist noch ein anderes, weitläufiges Thema, in das auch das ganz besondere Verhalten von Frau Schwarzer fällt.

    Also: in bestimmten Bereichen finde ich der/ die „Innen“ wichtig, in anderen völlig überflüssig.
    Liebe grüße
    Erzangie
    (wieso DER Engel, by the way, die Engelin ist doch eigentlich… aber egal)

  15. Die Frau, die mir den betreffenden Satz geschrieben hatte, wollte auch, dass ich Bücher über Frauen in der Männerwelt lese. Leute – *ich* muss die nicht lesen, ich habe kein Problem damit! :-))

  16. Das „Binnen-I“ ist übrigens auch nicht mehr politisch korrekt, es muss schon ein gender_gap sein: Schüler_innen etc.:

    „Die Intention ist durch den Zwischenraum einen Hinweis auf diejenigen Menschen zu geben, welche nicht in das ausschließliche Frau/Mann-Schema hineinpassen, beziehungsweise nicht hineinpassen wollen, wie etwa Intersexuelle, Transgender oder Transsexuelle.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Gap)

  17. Also ich versteh die Aufregeung nicht, ich arbeite nun schon seit 20 Jahren hauptsächlich mit Frauen zusammen und habe keiberlei Problem damit.

    *mundwinkel zuck* *mit den Lidern blinzel*

    Nein im Gegenteil die sind ÜBERHAUPT nie nich zickig oder so.

    *nervös umguck*

    Psst sieht ja gerade niemand.

    Also manchmal da …. ähm

    Ich muß Schluß machen !

    😀

  18. Nun ja, tatsächlich stört ein zwanghaft drangehängtes Innen jeden Lesefluß. Andererseits Sprache schafft Beußtsein. Von daher schließe ich mich Erzangie an – es gibt Bereiche in denen ich die geschlechtsneutrale Bezeichnung einfach wichtig finde!

    Über Alice Schwarzer kann man sich streiten. Dennoch hat sie viel für Frauenrechte getan. Sie hat übrigens nicht ihr Kind abgetrieben – wäre vielleicht ein Stück Fairness, keine falschen Behauptungen über jemanden in die Welt zu setzen, nur weil man ihn nicht mag 😉

    Spannend hier in den Kommentaren zu lesen, wie sehr Frauen sich von „Emanzen“ bedroht fühlen….

  19. Sicherlich kann man sagen „Sprache schafft Bewusstsein“, aber muss man für dieses Bewusstsein unbedingt eine grammatische Regel ignorieren? Die deutsche Sprache hat nun einmal bestimmte Besonderheiten und in andren Sprachen z.B. im Englischen würde niemand auf die Idee kommen, dass nur z.B. männliche Schüler/ Studenten gemeint sind, wenn der Direktor oder der Dekan von seinen „students“ redet. Dieses ewige -innen nervt und ist ungefähr so sperrig im Mund wie ein Kleiderschrank auf dem Balkon, die deutsche Sprache ist so schon kantig genug, da müssen wir uns nicht noch selbst solche Stolpersteine in den Weg legen.
    Es ist durchaus nett gedacht, wenn man die Frauen noch mal extra anspricht, aber es klingt einfach doof und jeder normale Mensch weiß instinktiv, dass auch die weibliche Form drinsteckt wenn der generische Maskulinum benutzt wird, nur eben diese ewigen „Emanzen“ reagieren da heute noch allergisch drauf. Es mag ja mal sinnvoll gewesen sein, aber heute ist es einfach nur daneben, als Frau noch auf „Emanzipation“ bestehen zu wollen.

  20. Allerleirauh: „Spannend hier in den Kommentaren zu lesen, wie sehr Frauen sich von “Emanzen” bedroht fühlen….“

    Danke für den Lacher – ich hatte heute morgen ziemliches Kopfweh und diese Bemerkung hat mich wunderbar durch einen herzlichen Lachanfall aufgelockert. Daumen hoch! 🙂

  21. Sehr schön – Lachen soll ja bekanntlich die beste Medizin sein 😉

    @ evilente:

    >>>>jeder normale Mensch weiß instinktiv, dass auch die weibliche Form drinsteckt wenn der generische Maskulinum benutzt wird>>>>

    Das ist toll, wenn Sie tatsächlich hautsächlich Menschen kennen, für die das instinktiv so ist und macht mich ein wenig neidisch 🙂

    (Diese ständige -innen finde ich im übrigen auch sperrig und oft unnötig, aber eben nicht immer)

  22. Erinnert mich schwer an etwas….

    Heidinnen

    ich fand es bekloppt, ich werde es immer bekloppt finden, genau wie dir bewusste Austausch von „man“ zu „frau“. Es k*** mich einfach an, sorry.

    Wenn sich Frauen nur über so einen Schwachsinn meinen definieren zu müssen, tun sie mir leid.

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