Der kleine Urlaub, nicht in der Blockhütte

„Die Note des Besonderen“ – damit wirbt der Heidehof in Friesoythe und erklärt, sie hätten am Waldrand Ferienwohnungen zu vermieten.

Die Webseite sieht auch sehr nett aus, deswegen hatten wir ja die „Blockhütte am Waldrand mit zwei Schlafräumen und Küche“ gebucht.

Was die Webseite nicht sagt:

– die „Ferienwohnung“ – also die „Blockhütte am Waldrand“ – ist ein Gartenhäuschen, wie man sie im Baumarkt kaufen kann. Ungedämmt, kalt und feucht.

– der „Waldrand“ ist ein Campingplatz mit ein paar Bäumen am Rand.

– die „Gaststätte“, die auf der Webseite beschrieben wird, ist unter anderem ein Säufer Stammtisch mit Riesenfernseher für Sportübertragungen: bis um fünf Uhr morgens Autotürengeknalle und Motorstarten.

– die „Küche“ der Hütte besteht aus einem Spülbecken und zwei Herdplatten. Keine Töpfe, kein Besteck außer zwei Steakmessern und zwei Steakgabeln. Ach ja, zwei Kaffeetassen gab es.

– „zwei Schlafräume“ heißt: der Hauptraum hat ein Doppelbett und darüber kann man mit einer Leiter in einen Boden unter dem Dach klettern. Ohne Fenster da oben.

– das Häuschen roch feucht, war feucht und wurde die ganze Nacht nicht warm.

Da wir erst um elf Uhr nachts ankamen (Stau), hatten wir keine andere Wahl, als erstmal zu bleiben. Die Nacht war eine Katastrophe und um acht Uhr morgens standen wir bei der Vermieterin auf der Matte und drückten ihr den Schlüssel in die Hand.

Ich sagte ihr, was ich von ihren Aussagen und der Hütte hielt und sie war immerhin clever genug, uns zu versichern, dass wir für die Nacht nicht zahlen müssten. Sie merkte wohl, dass sie ansonsten ein winziges bisschen Ärger mit mir bekommen hätte.

So saßen wir am Karfreitagmorgen um neun in Oldenburg in der Wallwirtschaft, unserem Lieblingsbistro, gönnten uns erstmal das Frühstücksbuffet und fragten uns, wie wir an einem Osterfeiertag noch eine Unterkunft finden sollten. Dank des prinzlichen Eifons konnten wir Tante Google befragen. Der dritte Versuch war erfolgreich, wir kamen bei einer sehr fitten alten Dame in einer wirklich netten und toll ausgestatteten Ferienwohnung unter.

Danach ging’s uns prächtig, wir verbrachten zwei der Tage an der Nordsee am Strand, den Ostersonntag zusammen mit diesen Freunden und dem hier und diesen Lieben inklusive Emma. War ein großartiger Tag mit schönen Gesprächen und viel Lachen und Essen und coolen Autofahrten. Und einer Forelle. Ich hab Eierlikör gemacht. Lecker.

Überhaupt haben wir ziemlich viel gegessen. Außerdem hab ich den Prinzen in Trivial Pursuit geschlagen, obwohl er in Politik wahnsinnig viel weiß und ich so gut wie nichts. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Namen und Ereignisse er kennt. Sehr cool. War auch nur deswegen ein knapper Sieg, weil ich wusste, dass „Roll over Beethoven“ ursprünglich von Chuck Berry und das Gegenteil eines Raubfisches ein Friedfisch ist.

Oldenburg war so schön wie immer und der Abschied wird jedesmal schwerer. Kurz vor der Rückfahrt saßen wir im Café auf dem Marktplatz mit Edda Sandstede, der Schmiedin. Der Prinz blinzelte in die Sonne und sagte:

„In drei Jahren werden wir hier sitzen und sagen: Weißt du noch, wie wir damals immer noch zurückfahren mussten?

Hoffen wir, dass das mit den drei Jahren stimmt 🙂

9 thoughts on “Der kleine Urlaub, nicht in der Blockhütte

  1. Öhm … dann frag ich mich, warum du deine Praxis in Worms und nicht in Oldenburg aufbaust *grübel*
    🙂

  2. Schön das euer Urlaub gelungen war. Und macht das mal wirklich in drei Jahren, dann kann man sich öfter mal besuchen.

    🙂

  3. Lobo: ja, auf jeden Fall, das ist ein Fakt, dass wir nach OL ziehen werden, wenn uns das Leben nicht auf irgendeinen anderen, jetzt nicht vorhersehbaren Weg schmeißt 🙂

    Christina: weil wir aus bestimmten Gründen hier noch gebunden sind. Die Zeit wird das aber von alleine erledigen 😉

  4. Wir fanden den Ostersonntag auch sehr schön!!!
    Im Auftrag von
    diesen Freunden, dem hier und diesen Lieben inkl. Emma
    ;))

  5. Ich kann das mit Oldenburg nachvollziehen. Nicht nur, weil ich hier schon wohne, sondern weil mir in den letzten 5 Jahren die Stadt und ihre Menschen sehr ans Herz gewachsen sind. Ich fahre zwar immer noch gerne in meine alte Heimat zurück, aber es ist immer wieder schön in Oldenburg zu sein. Und das mir sowas mal passiert, als 102% Emsländerin 😀 Ich bin ganz froh, dass das Emsland nicht so weit weg ist, aber Oldenburg ist einfach schön und ich finde hier immer wieder neue Ecken die ich sofort liebe.

  6. wenn ich das so höre sollten wir beim nächsten Mal Richtung Nord- oder Ostsee vielleicht mal in Oldenburg stehen bleiben?
    gibt es da ein Wohnmobilstellplatz?
    (OK, wir nehmen auch Friedhofsparkplätze, da hat man meist seine Ruhe …)

    🙂

    außerdem könnte ich vielleicht mal, wenn ich das so lese, unseren Schuppen im Garten als Ferienwohnung anbieten?

  7. Schön, dass der Urlaub doch noch gut wurde 🙂 Und, war es ungewohnt, so ganz ohne Rechner und Arbeit? 😉

    Liebe Grüße,
    Stjama

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