Schwertkampf

Der erste Trainingsabend war große klasse und für uns steht fest: das machen wir auf jeden Fall weiter.

Wir haben nicht gleich mit einem richtigen Schwert begonnen, sondern mit leichten Übungsschwertern aus Bambus, die aus dem Kendo stammen und Shinai heißen.

Man kann so wesentlich leichter die Fußstellungen, Schritte und Hand- und Armhaltungen üben, ohne dass einen gleich ein 1,30 Meter langes Metallschwert durch die Halle wanken lässt.

Das deutsche Langschwert ist übrigens kein Schwert, das für Schlachten benutzt wurde, sondern im Einzelkampf – vor allem in Gerichtsfällen für Gottesurteile. Die Geschichte dazu ist sehr spannend, wer neugierig ist, kann sie hier in diesem pdf nachlesen. Auf dem ersten Foto im pdf findet ihr auch unseren Trainer Christian Bott, es ist der junge Mann rechts, mit den langen Haaren.

Unsere Gruppe ist eine neu gegründete Anfängergruppe, dennoch sind aus Zeitgründen einige ältere Hasen mit rübergekommen. Also gemischt, das ist ganz gut, man bekommt in den Zweier-Übungen immer wieder Tipps. Am Anfang ist es nicht wirklich einfach, die Schritte, Armhaltung, Abstand und was weiß ich alles gleichzeitig zu beachten. Ist wie beim Reiten und Autofahren.

Vor allem der Prinz hatte ein Problem damit, seine Füße sortiert zu kriegen. Da habe ich durch die Tae-Kwon-Do-Zeit einen Vorteil, dafür habe ich in Schultern und Armen kaum Kraft, da kann der Prinz wiederum nur grinsen.

Wir hatten viel Spaß und waren am Schluss nassgeschwitzt. Erstaunlich wenig Muskelkater, soll ich vom Prinzen ausrichten. Bei mir auch.

Die Anschaffungen der kommenden Zeit werden noch sein: ein Shinai, eine Fechtmaske und irgendwann ein Schwert. Das können wir hier kaufen, aber die Gruppe fährt auch einmal im Jahr nach Prag, da gibt es einen Schmied, der die Schwerter nach historischen „Rezepten“ schmiedet. Der reist aber auch über deutsche Mittelaltermärkte.

Was bei Christian entscheidend ist: er lehrt nicht das „ich pack mich dick ein und hau drauf, bis der andere sich nicht mehr rührt“, das zur Zeit wohl bei den Live-Rollenspielern so beliebt ist. Bei Christian stehen der Sport, die Gesundheit und die Ästhetik im Vordergrund. Er ist Fecht- und Sportlehrer und hat Geschichte studiert, es passt alles wunderbar zusammen.

Das war jetzt eine lange Wartezeit – drei Jahre hat es gedauert, bis Christian eine weitere Halle für eine neue Gruppe anmieten konnte. Im Juni 2006 habe ich auf dem Wormser Mittelaltermarkt den Flyer seiner Schule für historische Fechtkunst entdeckt und war begeistert und erstaunt, dass man das Fechten mit dem Schwert auch richtig lernen kann.

Damals schrieb ich noch für die Wormser Zeitung. Der Chefredakteur kannte diese Schule nicht und war ebenfalls begeistert. So rief ich Christian wegen eines Artikels an (hier, pdf), wir verstanden uns auf Anhieb gut und nach dem Besuch eines Trainings war für mich klar: das ist meins, das will ich lernen. Den Prinzen brauchte ich gar nicht zu überreden, er war sofort Feuer und Flamme für die Idee.

Tja, jetzt ist es vorbei mit dem Faulenzen.

(Eine eigenartige Mischung, die wir da jetzt betreiben: Yoga und Schwertkampf. :-))

3 Kommentare zu “Schwertkampf

  1. Das klingt richtig, richtig toll!

    Ich finde, so komisch ist die Mischung von Yoga und Schwertkampf garnicht. Yoga gleicht doch gut aus, oder?

  2. Das klingt alles klasse, schade dass es sowas hier nicht gibt.
    Und es freut mich natürlich, dass es keinen nennenswerten Muskelkater gibt.
    Was mir grade einfällt ist ein Zitat einer Bekannten die im Heerlager von Mittelaltermärkten mitwirkt.

    Erwachsenen- und Kinderaussage, sobald sie ein Schwert halten dürfen: „Boah, ist das schwer!“ Antwort: „Deswegen heißt es ja auch Schwer(t)!!“

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