Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind

Ich hab ja heute einen meiner zwei Namenstage :))))

Wenn ich an die Martinsumzüge meiner Kindheit zurückdenke, sehe ich immer im Dunkeln hoch oben vor mir einen Männerrücken in einem leuchtend weinroten Umhang. Der Männerrücken trägt oben einen glänzenden Helm und sitzt unten auf einem weißen Pferd, das den Zug langsam anführt.

Bunte Laternen, singende Kinder, die großen Jungs (darunter auch mein jüngster Onkel) haben Pechfackeln in der Hand und ich bewundere sie und warte sehnsüchtig darauf, dass ich auch groß genug dafür werde. Ich will auch so eine Pechfackel, weil: dann ist man groß.

Der Geschmack des Stutenkerls auf der Zunge und später das Gefühl der kleinen weißen Gipspfeife zwischen den Lippen, ich weiß noch genau, wie sich das anfühlte. Auch wie es schmeckte, wenn man dran zog, eine Mischung aus süßem Teig und dem gebrannten Gips.

(Später, irgendwann an Nikolaus, hat mein Papa so eine Stutenkerlpfeife mal angezündet und geraucht und mich ziehen lassen. Meine Mutter ist schier ohnmächtig geworden, aber ich fand meinen Papa unsagbar cool, obwohl der Geschmack scheußlich war.)

6 Kommentare zu “Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind

  1. mein Vater raucht zwar immer schon Pfeife, Martinstag hin oder her, aber so etwas durfte ich nicht.
    das gab dann natürlich eine ganz eigene Erfahrung wo mir glaub ich recht übel wurde

    und einen herzlichen Glückwunsch zum Namenstag!
    🙂

  2. Haha, mein Papa hat mich auch mal an einer Zigarette ziehen lassen, wohl wissend, dass ich es scheusslich finden würde. War auch so, er hat sehr gelacht und meinte, ich sollte es gar nicht erst anfangen. Muss auch im Vorschulalter gewesen sein.

  3. Ja, zu meiner Kindheit gab es auch noch die Sankt Martins Männer mit Pfeife. Die hat unsere Kindergärtnerin damals noch selber gebacken – das war ein Duft. Dieser vermischte sich dann noch mit dem Bratapfel, den wir Kinder nach dem Laternenumzug im Kindergarten essen durften.

    So festlich läuft das heute leider nicht mehr ab. Nach dem Martinsumzug steht man in der Kälte und teilt sich eine Martinsbreze. Trotzdem lieben meine Kinder den Martinstag.

  4. Als ich etwa Mitte Dreißig war, hörte ich zum ersten Mal das Wort Stutenkerl, als eine zugewanderte Kollegin mich fragte, wo man die denn in Hamburg kaufen könne. Ich dachte erst, sie wäre etwas verrrückt geworen. Ich meine, Stutenkerl!

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