Hottelotte

Der Prinz hat am Samstag mit der Foto-Dokumentation der Flugzeuge im Technikmuseum Speyer weitergemacht. Die wollen ihren Katalog komplett neu herausbringen und er hat da ganz schön zu tun, zumal er für die Außenaufnahmen immer das richtige Licht abwarten muss. Aber er hat einfach klasse Fotos gemacht bisher, ich bin hellauf begeistert, aus welchen Blickwinkeln und mit welchen Detailaufnahmen man diese Flugzeuge festhalten kann.

Der Prinz lässt sich von den Museumstechnikern  dafür einen Steigerwagen bereitstellen (hier pfälzisch-umgangssprachlich „Hottelotte“ genannt, nach den Hubarbeitsbühnen der Firma Haulotte). Am Samstag hatten sie dem Prinzen die „zickige Hottelotte“ hingestellt, eine Bühne, die nachläuft. Das heißt, man bremst und sie bleibt erst einen Meter weiter stehen. Außerdem ruckelt sie, sagen alle Techniker.

Ich bin am Samstag mit zum Museum gefahren, weil ich meine Lieblinge mal wiedersehen wollte: eine JU 52, die 46 Jahre lang in einem norwegischen See gelegen hat, einen schönen Karmann Ghia und mein Herzstück, eine weiße Borgward Isabella Coupé mit roten Sitzen.

Dann ging ich raus auf’s Gelände und sah den Prinzen sofort oben im Korb der grünen Zicke. Er fuhr runter, lud mich ein und fuhr wieder hoch, um die Antonov (Flugzeug) von oben zu fotografieren. Das ist nun nicht sehr hoch, 15 Meter, die Zicke kann 27,5 Meter hoch ausfahren. Und ich bin gerne irgendwo hoch oben. Aber:

Der Korb ist rundum nur mit hüfthohen Umlaufstangen gesichert, das Ding ruckelte beim Fahren wie Sau und: der Korb hat einen Gitterboden. Ich hatte feuchte Hände, das muss ich schon zugeben :))

Dafür ließ der Prinz mich das Ding dann fahren. Ich liebe es, schweres Gerät mit großen lauten Motoren zu fahren und kann das auch gut. Der Prinz war ganz baff: die Zicke ruckelte bei mir nämlich nicht. Man braucht nur ein bisschen Feingefühl ;))

Beim Anschauen der Fotos daheim kamen mir dann Jahre alte Erinnerungen hoch (Oma Louffi erzählt aus dem Krieg): wie ich bei Besuchen in der DDR heimlich LKW (den IFA-W 50) und IFA-Autokran gefahren bin und den Spaß, den ich bei meinen Fahrten nach Weißrußland beim LKW-Fahren hatte (inklusive der Angst, ohne die Erlaubnis erwischt zu werden, aber wir waren alle so schrecklich müde). Heute habe ich gar keine Gelegenheit mehr, so große Dinger zu fahren und das ist sehr schade.

Hat hier jemand ’ne Spedition und lässt mich mal auf dem Parkplatz fahren? ;))

3 thoughts on “Hottelotte

  1. Frauen die mit großem Gerät umgehen können, klasse!🙂

    ich brauche demnächst mal so ein Ding um in unserem Lager die Neonröhren auszutauschen, das sind nur 7 oder 8 Meter Höhe, aber drum schlagen tu ich mich nicht. an 15 oder sogar 27 Meter Höhe mag ich grad gar nicht dran denken …

    was hast du in Weissrussland gemacht?

  2. Ich sage es ja, manchmal mangelt es den Herren an Feingefühl🙂 Für mich mit meiner Höhenangst wäre das allerdings nichts gewesen. Ich hätte da nicht nur feuchte Hände bekommen🙂

  3. Markus: ich mach dir das, wenn du mich dafür zum Essen einlädtst :))

    In Weißrußland habe ich zweimal einen Hilfskonvoi begleitet, einmal Medikamente und Kleidung bringen und einmal haben wir in einem Krankenhaus eine Entbindungsstation renoviert. Mir war noch nie im Leben so kalt.

    Frau Ährenwort: mit offenem Gitterboden unter den Füßen rebellieren wirklich alle Instinkte. Ist aber wohl Gewohnheitssache.

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