Neil Gaimans Graveyard Book hat schon wieder einen Preis bekommen.
(Man beachte bitte den wunderbaren britischen Humor in der Überschrift!)
Habe gerade das Hörbuch fertig und bin noch begeisterter, als ich es beim Lesen war. Ich kann es sehr empfehlen, sich die Hörbücher anzuschaffen, die Neil selbst liest. Er hat für jeden Charakter eine eigene Stimme und eine eigene Klangfarbe. Fantastisch, zumal er mit seiner Stimme auch sämtliche Emotionen ausdrücken kann.
Kurze Erläuterung für die, die es nicht kennen: ein kleiner Junge von eineinhalb Jahren entkommt einem Verbrechen, dem seine Familie zum Opfer fällt. Er wackelt aus dem Haus und landet auf einem alten stillgelegten Friedhof, wo ihn ein kinderloses Geister-Ehepaar adoptiert, Mr. und Mrs. Owens. Er wird Nobody genannt, kurz: Bod.
Das Buch erzählt seine Geschichte bis zu seinem 15. Lebensjahr, sein Aufwachsen unter den Geistern des Friedhofes, seine Erfahrungen mit der Außenwelt und schließlich seine Vergeltung an den Mördern seiner Familie.
Obwohl die Geschichte so düster klingt, ist sie eher witzig und spannend, mit einem Tick Philosophie und einer guten Prise Krimi.
Zu lesen ist sie klasse, aber zu hören ein Hochgenuss, zumal Neil Gaiman die altmodische englische Sprache des 16. und 17. Jahrhunderts, die viele der Geister sprechen, wunderbar hinbekommt.
Außerdem dabei: Silas, Bods Beschützer, der weder zu den Toten noch zu den Lebenden gehört. Liza Hempstock, die im 15. Jahrhundert als Hexe verbrannt wurde und von Bod einen ungewöhnlichen Grabstein bekommt. Miss Lupescu, die mal ein Mensch, mal ein Wolf ist und furchtbar schlecht kocht. Die Frobisher-Familie, deren Mausoleum ein sehr altes Geheimnis birgt. Ghouls. Und und und.
Das Buch ist auch auf Deutsch erhältlich und heißt einfach Das Graveyard-Buch. Wer aber irgend kann, dem empfehle ich die Originalversion.
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