Kapitel 57
Die Zufriedenheit
Warum fällt das den Deutschen so schwer?
Einfach zufrieden sein?
Es geht mit kleinen Dingen los wie dem Wetter – permanentes Meckern.
Immer dieser Regen!
Immer diese Kälte!
Immer dieser Wind!
Jetzt haben wir herrlichstes Sommerwetter, knalligen Sonnenschein, richtige Wärme.
Ich trau mich inzwischen nicht mehr, zu jemandem zu sagen „Ist das nicht ein tolles Wetter?“ Weil: ich kriege immer nur zu hören Ach nee, mir ist das viel zu warm, immer diese Hitze!
Ja, ich schimpfe auch viel auf Kälte und Regen. Das muss bei dem Klima in Deutschland einfach mal raus, sonst platzt man. Verstehe ich. Aber, liebe Deutsche, wenn es dann endlich warm und sonnig wird, warum muss dann auch gemeckert werden?
Weiterhin fühlt sich der Deutsche dazu verpflichtet, seine Zeit mit Meckern über Nachbarn / Kollegen / [Namen einsetzen] zu verbringen.
Wieso hat der schon wieder n neues Auto?
Wie kommt der denn an so eine gutaussehende Frau? Der muss aber Geld haben.
Bei den Beinen würd ich ja keinen Rock tragen.
Die will doch nur Aufmerksamkeit erregen.
Einen Teil dieser permanenten Unzufriedenheit und des Neides, die den Deutschen so eigen ist, führe ich persönlich auf den Einfluss der christlichen Kirche zurück, die seit Jahrhunderten einbleut: wenn du dich nicht für irgendwas schlecht und schuldig fühlst, dann stimmt was nicht mit dir, das kann nur mit dem Teufel zu tun haben. Die Inquisition hat da gute Arbeit geleistet. Und wer sich mies fühlt, sucht ein Ventil. Voilá, da ist der Nachbar, es kann losgehen.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen auf dem Scheiterhaufen endeten, deren einzige Schuld es war, ein zufriedenes Leben zu führen und die einen Nachbarn hatten, der das nicht aushalten konnte.
Und ich kenne heute noch einige, bei denen ich dankbar bin, dass es die Scheiterhaufen nicht mehr gibt. Ich wäre lange tot.
Liebe Deutsche, ein kleiner Tipp von einer, die sich Mühe gibt und der das auch überwiegend gelingt:
Traut euch, zufrieden zu sein.
Nicht nur mit eurem Leben, sondern auch und vor allem mit euch selbst.
Ich bin nicht so naiv zu behaupten, es sei einfach. Aber, ganz ehrlich: meistens ist es gar nicht so schwer.
haha, das ist gut!
also so ein bischen lästern, über so manche Beine in Leggins oder zu kurzen Röcken zB, muss schon drin sein, aber diese prinzipielle Unzufriedenheit find ich auch immer wieder seltsam.
ich für mein Teil bin eigentlich recht zufrieden und habe wenig Grund zu meckern (ausser über den depperten Kollegen halt).
auf den Zusammenhang mit der christlichen Kirche wäre ich allerdings nicht gekommen, da muss ich mal drüber nachdenken — so 5 – 18 Jahre …
:)
schönes Wochenende!
Du sprichst mir aus der Seele!! Ich mag zur Zeit auch nicht sagen, ist das Wetter nicht super. Bekomme nur entrüstete Blicke und ein ne hör bloß auf, ist viel zu warm man kann ja nachts gar nicht mehr schlafen. Pffft. Aber wehe es regnet und ist kalt. Ab und zu ein wenig lästern find ich ok, gehört irgendwie dazu, aber bitte in Maßen. Neid geht gar nicht.
Doch doch, das Wetter ist wirklich klasse im Moment *Keller leer pump* da kann man nix sagen *Baum von Auto heb* bin echt froh, dass wir einen so schönen Sommer haben *hageleinschläge in Karosserie zähl* das könnte ruhig länger so bleiben, zumindest hier in Essen. ;-)
Neee, mir ist zu warm. Bei 20-25 Grad beschwere ich mich nicht.
Zu warm ist mir aber auch nur im meist schwülen Deutschland. Liege ich in Süditalien am Strand, stören mich die 35 Grad überhaupt nicht.
Ich bin ein sehr zufriedener Mensch. Solange ich Schlafzimmertemperaturen von UNTER 24 Grad habe.
Hatte ich nicht im Januar erwähnt, dass ich es richtig toll finde? So mit -15 Grad? Hey, ich war sowas von zufrieden. Ich hab sogar den Eisspaziergang für eine ausgiebige Fotosession genutzt :-)
och, wenn mir einer kommt mit was für ein Wetter… dann antworte ich mit einem strahlenden Lächeln und „ja, richtig toll“
Für mich ist es grade richtig so.
Danke für deine Gedanken :)
lassen wir sie doch einfach meckern und mäkeln, stöhnen und klagen! wir haben 8 Monate auf den Sommer gewartet und nun ist er endlich da und das lassen wir uns doch von den deutschen dauernörglern nicht vermiesen!?
richi hat es auf den punkt gebracht!
Also ehrlich gesagt finde ich, da ich den ganzen Herbst und Winter und generell bei Wind und Wetter .nicht. gejammert habe, darf ich jetzt schon ab und an mal anmerken, das mir persönlich nunmal diese Temperaturen in Verbindung mit dieser Luftfeuchtigkeit zuviel sind ;-p. Andere Leute haben dafür ja den ganzen restlichen Teil des Wetters verachtet *g*. Trotzdem gönne ich Euch Eidechsen den Sommer von Herzen :-).
Richtig, aber mir gings ja nicht nur um’s Wetter, sondern um die generelle Unzufriedenheit der Deutschen als Grundstimmung.
Ja, und damit hast Du auch absolut Recht, deswegen konnt ich da gar nichts weiter zu sagen ;-).
Mir ist hier aber grade wieder was anderes vor die virtuellen Füße gefallen, vielleicht können die Bloggersdorfer ja dabei helfen? Das fänd ich ganz großartig (auch weil ich das Katerchen selbst so dermaßen toll finde, nur leider zwei eher wenig katzenbegeisterte Hunde habe…). Und zwar:
http://www.welpennothilfe.de/welpenblog/?p=8849
Herr Randolph Jorberg, seines Zeichens Prachtkater. Oder nich? Also ich finde ihn sehr sehr prachtvoll ;-).
Schulligung für das aufdringliche Hierhinschreiben, mußte das grade ganz dringend loswerden.